EURO 2024

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Edelfan Rod Stewart verpasst Schottland-Match gegen DFB-Team
14.06.2024 10:06 Uhr

Edelfan Rod Stewart verpasst Schottland-Match gegen DFB-Team

Rod Stewart hat ein Problem: Einer der größten Fans der schottischen Fußball-Nationalmannschaft kann das EM-Eröffnungsspiel "seiner" Bravehearts gegen Gastgeber Deutschland nicht live verfolgen.

Die Partie "fällt leider auf den Abend, an dem ich in Leipzig spiele", sagte der Sänger der Münchner Abendzeitung. "Die übrigen Matches" aber, betonte er, "werde ich mir im Stadion angucken".

Am Mittwoch tritt Schottland in Köln zu seinem zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz an, vier Tage darauf in Stuttgart gegen Ungarn zum Vorrundenfinale. Stewart hat seine Tour um diese Partien herum gebaut, er tritt in Deutschland auch noch in Berlin, Hamburg, Köln und München auf.

Zwischendurch blickt er auf den Fußball. "Es wäre echt ein Traum, wenn es Schottland zum ersten Mal überhaupt schaffen würde, bei einer Europameisterschaft ins Achtelfinale zu kommen", sagte er und meinte: "Ich glaube an die Schotten. Und, sorry liebe Ungarn und liebe Schweizer, an die Deutschen."

Überhaupt mag der 79-Jährige Deutschland sehr: "Die Menschen sind wundervoll, das Essen ist ausgezeichnet, und das Bier bei euch ist fantastisch." Deutschland, sagte Stewart, "ist ein glorreiches Land". Und eines, in dem er seinem Hobby frönen kann: Modelleisenbahnen. In Deutschland, sagte er, gebe es dafür "die besten Läden überhaupt. Es ist doch sowieso die alte Wahrheit: Die besten Dinge kommen aus Deutschland."

 ZDF zeigt EM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland live
14.06.2024 08:45 Uhr

ZDF zeigt EM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland live

Endlich ist es soweit: Heute (ab 21 Uhr) eröffnet die deutsche Nationalmannschaft die Heim-Europameisterschaft in München mit dem Gruppenspiel gegen Schottland. Das ZDF und Magenta V werden die Partie live übertragen. DFB.de fasst die wichtigsten Infos zum Spiel in einem kurzen FAQ zusammen. 

Welcher Sender zeigt den EM-Auftakt gegen Schottland live?

Das ZDF stimmt heute bereits ab 19.25 Uhr auf die Heim-EM und das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die schottische Auswahl an. Aus Berlin werden Katrin Müller-Hohenstein, Jochen Breyer, Christoph Kramer und Per Mertesacker den "Countdown" starten, ehe ab 20.45 Uhr nach München zur Eröffnungsfeier geschaltet wird. Der kostenpflichtige Streamingsender MagentaTV überträgt die Partie ebenfalls und geht ab 20.50 Uhr auf Sendung.

Wie ist Gegner Schottland einzuschätzen?

Kategorie Überraschungstüte. Die Schotten, auch die "Bravehearts" genannt, haben sich in der EM-Qualifikationsgruppe A hinter Spanien, die sie im Heimspiel sogar 2:0 schlagen konnten, die Teilnahme an der Endrunde gesichert. Mit fünf Siegen, zwei Remis und einer Niederlage ließen Sie Norwegen, Georgien und Zypern hinter sich. Acht Gegentore in der Qualifikation bedeuteten allerdings nur Mittelmaß in der von Kapitän und Linksverteidiger Andrew Robertson geleiteten Abwehr. Der Mann vom FC Liverpool ist mit 71 Einsätzen für die schottische Mannschaft der länderspielerfahrenste Spieler im Kader. Im Aufgebot von Trainer Steve Clarke spielen von den 26 berufenen Spielern 22 in Schottland oder den ersten beiden englischen Ligen. Neben Kapitän Robertson steht u.a. Scott McTominay vom englischen Topklub Manchester United im Fokus. Der 28-Jährige erzielte in der Qualifikation die Hälfte (7 von 14) der schottischen Tore. Erfolgreichster Torschütze im Kader ist jedoch John McGinn von Aston Villa, der in 66 Spielen 18 Tore für sein Land schoss. Auch Che Adams, der mit 17 Saisontoren maßgeblich am Aufstieg des FC Southampton in die englische Premier League beteiligt war, strahlt Gefahr für die gegnerische Verteidigung aus. In der Generalprobe vor dem Duell mit der deutschen Nationalmannschaft reichte es für die Bravehearts nach 2:0-Führung nur zu einem 2:2 gegen Finnland, welches die Qualifikation zur Endrunde verpasste. Davor hatte Schottland sich zu einem 2:0 gegen Gibraltar gemüht. Die Spieler dürfen sich aber jedenfalls auf zahlreiche Unterstützung der "Tartan Army" freuen, wie die schottischen Fans genannt werden. Nach drei EM-Endrunden will Schottland erstmals die Gruppenphase überstehen.

Wie sieht die Bilanz gegen Schottland aus?

Positiv. 17 Duelle gab es bislang mit der Mannschaft von der Insel. Acht Siege datieren für die deutsche Mannschaft, viermal konnte Schottland als Sieger vom Platz gehen. Ein gutes Omen: Auf heimischem Geläuf läuft es in der Tendenz besser, denn sechs von zehn Duellen gewann Deutschland im eigenen Land. Das letzte Mal trafen sich die beiden Teams 2015 in der EM-Qualifikation, als Thomas Müller mit zwei Toren entscheindend zum 3:2 in Glasgow beitrug. Das letzte und bis dato einzige Aufeinandertreffen bei einer EM-Endrunde geht sogar noch länger zurück: Fast auf den Tag genau vor 32 Jahren, am 15. Juni 1992, siegte die DFB-Auswahl unter Berti Vogts mit 2:0 durch die Tore von Karl-Heinz Riedle und Stefan Effenberg. Deutschland wurde bei dem Turnier am Ende Vizeeuropameister.

Wie starteten DFB-Teams in Europameisterschaften?

Im ersten Spiel der Deutschen bei einer EM-Endrunde im Jahr 1972 schlug die damalige Mannschaft Belgien mit 2:1. Da damals nur vier Mannschaften teilnahmen, stand Deutschland dadurch im Finale und gewann auch dieses gegen die Sowjetunion (3:0). Bei der EM 1976 bezwang die deutsche Elf Jugoslawien mit 4:2 n.V., unterlag aber später im Finale im Elfmeterschießen. 1980 wurde erstmals mit acht Mannschaften und einer Gruppenphase gespielt, Deutschland gewann sein erstes Gruppenspiel der EM-Geschichte gegen die Tschechoslowakei mit 1:0 und später auch den Titel durch einen Sieg gegen Spanien im Finale. Zum ersten Mal nicht gewonnen wurde beim EM-Auftakt 1984, der gegen Portugal torlos endete. Auch vier Jahre später reichte es nur zu einem 1:1 gegen Italien im ersten deutschen Gruppenspiel. 1992 spielten die Deutschen wieder 1:1, diesmal gegen eine neutrale Mannschaft der ehemaligen sowjetischen Staaten.

Vor dem Titelgewinn 1996 startete die deutsche Mannschaft mit einem 2:0 gegen den späteren Finalgegner Tschechien in die Europameisterschaft. Im neuen Jahrtausend rettete die DFB-Elf im ersten Spiel ein 1:1 gegen Rumänien. Vier Jahre später reichte es auch gegen die Nachbarn aus den Niederlanden nicht zu einem Auftaktsieg (1:1). Nachdem zweimal in der Gruppenphase Schluss war, leitete das 2:0 über Polen beim ersten Spiel der EM 2008 ein gutes deutsches Turnier ein, welches die DFB-Elf als Zweiter abschloss. Die EM-Endrunden 2012 und 2016 begannen für das deutsche Team mit einem 1:0-Sieg über Portugal und einem 2:0 gegen die Ukraine, beide Male zog das DFB-Team ins Halbfinale ein. Bei der letzten Ausgabe musste sich Deutschland erstmals in einem EM-Auftaktspiel geschlagen geben, Frankreich ging mit 1:0 in München als Sieger vom Platz.

Wie geht das Turnier weiter?

Am Samstag treffen die beiden weiteren deutschen Gruppengegner Ungarn und Schweiz in Köln (15 Uhr) aufeinander. Später am Tag steigen die Teams der Gruppe B (Spanien-Kroatien und Italien-Albanien) in das Turnier ein. Deutschland spielt sein zweites Gruppenspiel am Mittwoch, den 19. Juni (ab 18 Uhr, live bei MagentaTV und in der ARD) in Stuttgart gegen Ungarn. Das letzte Gruppenspiel gegen die Schweiz findet am Sonntag, den 23. Juni (ab 21 Uhr, live bei MagentaTV und in der ARD) in Frankfurt statt.

Wer steht im endgültigen EM-Kader?

Seit Freitag steht der Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Heim-EM fest. Bundestrainer Julian Nagelsmann musste sich auf 26 Spieler festlegen und geht mit nominell drei Torhütern, neun Verteidigern, neun Mittelfeldspielern sowie fünf Stürmern ins Turnier. Das Trio im Tor wird angeführt von Manuel Neuer, dem ältesten Spieler im Kader. Marc-André ter Stegen und Oliver Baumann, der bislang noch kein Länderspiel bestritt, komplettieren das Trio im Tor. In der Verteidigung stehen die erfahrenen Joshua Kimmich und Champions-League-Sieger Antonio Rüdiger, Jonathan Tah vom Meister Bayer Leverkusen und Nico Schlotterbeck vom Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund. Mit David Raum und Benjamin Henrichs von RB Leipzig sowie Robin Koch von Eintracht Frankfurt kommt Qualität auf internationalem Niveau hinzu und wird vom Überraschungsteam der abgelaufenen Bundesliga-Saison VfB Stuttgart durch Waldemar Anton und Maximilian Mittelstädt ergänzt.

Weltmeister Toni Kroos bringt mit 106 Einsätzen im DFB-Dress eine Menge Erfahrung mit und hat sich jüngst mit seinem sechsten Champions-League-Titel vom Klubfußball verabschiedet. Hinzu gesellt sich neben Kapitän Ilkay Gündogan, dem Deutschen Meister Robert Andrich, Chris Führich und Leroy Sané auch Pascal Groß, der bei der EM-Generalprobe gegen Griechenland sein erstes Länderspieltor erzielte. Im Mittelfeld tummeln sich aber auch die Jungspunde des Kaders: Jamal Musiala und Florian Wirtz sind beide Jahrgang 2003. Der Jüngste im Kader war ursprünglich Aleksandar Pavlovic übertroffen, der im Mai seinen 20. Geburtstag feierte und gegen die Ukraine sein Länderspiel-Debüt gab. Wegen eines Infekts fällt der Bayern-Jungstar allerdings fürs Turnier aus und wurde durch Emre Can (43 Länderspiele) ersetzt.

Frischlinge im DFB-Kader sind auch noch Deniz Undav (Debüt im März gegen Frankreich) und Maximilian Beier (Debüt gegen die Ukraine). Niclas Füllkrug hat zwar auch "erst" 16 Länderspiele absolviert, hat aber mit 11 erzielten Toren eine starke Quote im Nationaltrikot. Erfahrung im Sturm bringen Kai Havertz und Thomas Müller mit, der mit 129 Länderspielen die meisten Einsätze aller deutschen EM-Fahrer auf dem Konto hat. Mehr Infos zu den deutschen Nationalspielern im Kader gibt es hier

Apropos Thomas Müller...

In seinen 15 EM-Spielen hat Thomas Müller noch nie einen Treffer erzielt. Eine Rechnung habe er deswegen nicht offen, sagt Müller: "Aber ich würde natürlich gerne mal ein Tor bei einer EM schießen."

Wer leitet das Eröffnungsspiel?

Der erfahrene französische Schiedsrichter Clement Turpin leitet das Eröffnungsspiel der EM am Freitag in München zwischen Deutschland und Schottland. Unter der Leitung des 42-Jährigen hat die deutsche Auswahl noch nie verloren. Turpin pfiff bisher viermal die deutsche Mannschaft. Drei Siege und ein Remis stehen dabei zu Buche. Mit dem WM- und EM-Referee an der Pfeife gab es 2015 in der EM-Qualifikation ein 2:0 in Georgien, bei der EM 2016 ein 1:0 im Gruppenspiel gegen Nordirland und ein 1:0 im Jahr 2021 in der WM-Qualifikation in Rumänien. Zudem leitete Turpin das 2:2 in einem Testpiel gegen Argentinien 2019.

Was müssen Fans vor dem Stadionbesuch wissen?

Von der Anreise bis ins Stadion: Was für Fans in München vor Ort wichtig ist, ist in den Fan-Infos des DFB zu finden.

 Heim-EM: Das tut der DFB für seine Fans
14.06.2024 08:30 Uhr

Heim-EM: Das tut der DFB für seine Fans

Endlich es so weit: Nach 18 Jahren findet wieder ein großes Fußballturnier in Deutschland statt. Heute (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) startet die EURO 2024 mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft in München gegen Schottland. Damit an den Spielorten für die deutschen Fans alles reibungslos funktioniert, gibt es auch bei der Heim-EM einige Aktionen und Anlaufstellen seitens des DFB.

Dazu zählen unter anderem die Fans-Welcome-Anlaufstellen, die es in allen zehn Host Cities gibt. Organisiert sind sie vom Fan- und Besucher*innen-Betreuungsprogramm der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS). Gefördert wird das Programm vom Bundesministerium des Innern (BMI) in Zusammenarbeit mit Football Supporters Europe (FSE). An den zehn Standorten gibt es unter anderem Informationen zur EM und zu den einzelnen Spielorten. Die Fans-Welcome-Anlaufstellen sollen Raum für Begegnung schaffen, wobei internationale Fans und Besucher*innen miteinander in Kontakt kommen können.

Speziell für die deutschen Fans gibt es außerdem die deutsche Fanbotschaft. Seit 1988 ist die Fanbotschaft eine zentrale Anlaufstelle für die mitgereisten Fans. So war die Fanbotschaft unter anderem auch bei den Weltmeisterschaften 2022 in Katar, 2018 in Sotschi und 2014 in Rio vor Ort. Die mobile Fanbotschaft wird gemeinsam von der KOS und dem DFB organisiert und ist die erste Anlaufstelle für die deutschen Fans an den unterschiedlichen Spielorten des deutschen Teams bei der EURO 2024.

Was macht die deutsche Fanbotschaft?

Die deutsche Fanbotschaft ist vor allem dazu da, den Fans vor Ort zu helfen und bei Fragen beratend zur Seite zu stehen. Dazu gehört auch die Telefon-Hotline, über welche die Fanbotschaft unter +49 151 16788 111 rund um die Uhr erreichbar ist. Über die Fanbotschaft können die Fans zudem an relevante Informationen kommen, die online oder in Print veröffentlicht werden.

Unter anderem zählt dazu das Fanmagazin "HELMUT". Das Magazin wird druckfrisch, gratis und werbefrei auf den Straßen und Plätzen der Spielorte verteilt. Inhaltlich bietet das Magazin eine bunte Mischung: HELMUT enthält informative Artikel, Unterhaltung und ist bei manchen Fans auch ein beliebtes Sammelobjekt.

Standorte und Öffnungszeiten der Fanbotschaft

Bei der Heim-EM wird die Fanbotschaft am 13.06. (14-20 Uhr) und 14.06. (11- 18 Uhr) beim Eröffnungsspiel in München am Odeonsplatz vor Ort sein. Nach dem Auftaktspiel gegen Schottland geht es für die DFB-Elf und die Fanbotschaft dann nach Stuttgart zum Karlsplatz (18.06. (10-18 Uhr) - 19.06 (10-15 Uhr)) und weiter nach Frankfurt an die Hauptwache (22.06. (12-22 Uhr) -23.06. (12-18 Uhr)).

Fanbetreuung im Stadion

Auch im Stadion finden Fans mit den drei DFB-Fanbeauftragten bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft Ansprechpersonen, die an ihren schwarzen Oberteilen mit der Aufschrift "Fanbetreuung" erkennbar sind. Auf DFB.de werden die Fan-Infos speziell für die Spiele mit deutscher Beteiligung veröffentlicht. Die telefonische Erreichbarkeit wird ebenfalls über die Telefon-Hotline der Fanbotschaft unter +49 151 16788 111 sichergestellt.

Fan Club Nationalmannschaft

Der Fan Club Nationalmannschaft bietet während der Euro eine breite Palette an Aktivitäten in den Fan Zones und an den Fan-Meeting-Points. Aktuelle Informationen werden auf der Webseite des Fan Club Nationalmannschaft veröffentlicht.

 EM: Die Heimatvereine der Nationalspieler
14.06.2024 08:15 Uhr

EM: Die Heimatvereine der Nationalspieler

Heute (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) ist es so weit: Die deutsche Nationalmannschaft startet in die Heim-EM mit dem Eröffnungsspiel gegen Schottland in München. Aber auch die Nationalspieler haben mal klein angefangen. Wo genau haben die Spieler ihre ersten Schritte am Ball gemacht? DFB.de mit einer Übersicht.

Viele Spieler sind dem Weg in den Profifußball über die Leistungszentren (LZ) gegangen. In diesen werden die optimalen Bedingungen zwischen schulischen Leistungen und dem Weg in Richtung Profifußball hergestellt. Nach den Anfängen in den Heimatvereinen ging es für die meisten Spieler in die Leistungszentren größerer Vereine.

13 Spieler an DFB-Stützpunkten

Das LZ von Bayern München besuchten Aleksandar Pavlovic, Jamal Musiala, Thomas Müller und Toni Kroos. Kroos spielte in der U 17 noch bei Hansa Rostock und wechselte erst im Sommer 2006 zur U 19 nach München. Bei Bayer Leverkusen spielten Benjamin Henrichs, Kai Havertz und Florian Wirtz im LZ. Auch Wirtz wechselte erst zur U 19 den Verein und ging vom 1. FC Köln nach Leverkusen.

13 Spieler waren an DFB-Stützpunkten. Mit fast vier Jahren trainierte Kapitän Ilkay Gündogan am DFB-Stützpunkt Gelsenkirchen am längsten an einem Stützpunkt. Benjamin Henrichs durchlief bis auf die U 20 jede U-Mannschaft des DFB und absolvierte von der U 15 bis zur U 21 satte 54 U-Länderspiele. Einzig Deniz Undav und Chris Führich spielten nie in einer U-Nationalmannschaft des DFB. Das zeigt, dass der Verband mit seinen Förderungsmaßnahmen die meisten Talente schon frühzeitig entdeckt und gezielt fördert. 

Die Übersicht der EM-Spieler

Torhüter

Manuel Neuer (FC Bayern München) – FC Schalke 04

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona/Spanien) – Borussia Mönchengladbach

Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) – FC Bad Krozingen

Abwehr

Waldemar Anton (VfB Stuttgart) – Mühlenberger SV – Stützpunkt Hannover (01.08.07-07.07.08)

Benjamin Hendrichs (RB Leipzig) – SpVg Porz-Gremberghoven

Joshua Kimmich (FC Bayern München) – VfB Bösingen – Stützpunkt Aldingen (12.09.05-08.07.08)

Robin Koch (Eintracht Frankfurt) – 1. FC Kaiserslautern – Stützpunkt Wittlich (02.07.07-16.07.10)

Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart) – SC Staaken – Stützpunkt Charlottenburg (01.08.08-31.07.09)

David Raum (RB Leipzig) – TuSpo Nürnberg

Antonio Rüdiger (Real Madrid/Spanien) – VFB Sperber Neukölln – Stützpunkt Schöneberg (16.08.04-23.05.05)

Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) – SG Weinstadt – Stützpunkt Fellbach-Oeffingen (13.09.10-07.05.13)

Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) – Altona 93 – Stützpunkt Sachsenweg (20.02.07-14.07.09)

Mittelfeld/Angriff

Robert Andrich (Bayer Leverkusen) – FV Turbine Potsdam

Chris Führich (VfB Stuttgart) – SG Suderwich

Pascal Groß (Brighton & Hove Albion/England) – VFL Neckarau – Stützpunkt Pfingsberg-Hochstätt (02.02.04-31.07.04)

Ilkay Gündogan (FC Barcelona/Spanien) – SV Gelsenkirchen-Hessler – Stützpunkt Gelsenkirchen (20.08.01-30.06.05)

Toni Kroos (Real Madrid/Spanien) – Greifswalder SC

Jamal Musiala (FC Bayern München) – TSV Lehnerz

Emre Can (Borussia Dortmund) – Blau-Gelb Frankfurt - Stützpunkt Neu-Isenburg (01.07.2005 bis 01.07.2006)

Leroy Sané (FC Bayern München) – SG Wattenscheid 09

Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) – SV Grün-Weiß Brauweiler

Maximilian Beier (TSG Hoffenheim) – ESV Kirchmöser – Stützpunkt Brandenburg (01.09.12-30.06.15)

Niclas Füllkrug (Borussia Dortmund) – TUS Ricklingen – Stützpunkt Hannover (23.08.04-28.06.06)

Kai Havertz (FC Arsenal/England) – Alemannia Mariadorf

Thomas Müller (FC Bayern München) – TSV Pähl

Deniz Undav (VfB Stuttgart) – TSV Achim 1860 – Stützpunkt Achim (03.09.07-02.06.08)

 Deutsche EM-Auftaktspiele: Viele Siege und nur eine Niederlage
14.06.2024 08:00 Uhr

Deutsche EM-Auftaktspiele: Viele Siege und nur eine Niederlage

Wenn Deutschland in eine Europameisterschaft startet, so lehrt die Historie, ist mit allem zu rechnen - nur nicht mit einer Niederlage. Das galt bis 2021, dann traf das DFB-Team auf den Weltmeister - und ins eigene Tor. Die Startbilanz aus 13 Turnieren: sieben Siege, fünf Unentschieden, eine Niederlage. DFB.de blickt vor dem Start in die Heim-EM heute (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) gegen Schottland auf 52 Jahre EM-Geschichte zurück.

Alles begann 1972 in Antwerpen gegen Gastgeber Belgien. Die Turniere bis 1980 hatten nur vier Teilnehmer, man startete gleich mit dem Halbfinale. Leichter als es das Ergebnis (2:1) aussagt, fiel der Sieg im ersten deutschen Endrundenspiel überhaupt, für den der damalige Torgarant sorgte: Gerd Müller traf mit Kopf und Fuß und bannte die Sorgen von Bundestrainer Helmut Schön, der auf die eigentlich "unbespielbare Steinwüste" im Stade Bosuil hingewiesen hatte.

1976: "Wir haben wieder einen Müller"

Vier Jahre später traf die deutsche Nationalmannschaft als amtierender Welt- und Europameister wieder auf den Gastgeber, der nun Jugoslawien hieß. Am 17. Juni 1976 ereignete sich in Belgrad vor 70.000 Zuschauern ein Fußballmärchen. Beim Stand von 1:2 wechselte Schön in einem der besten EM-Spiele aller Zeiten den Kölner Debütanten Dieter Müller ein, der nicht nur mit dem ersten Ballkontakt nach 40 Sekunden ausglich, sondern in der Verlängerung zwei weitere Tore erzielte. "Wir haben wieder einen Müller", freute sich Franz Beckenbauer nach dem 4:2-Sieg.

1980 in Italien war der Auftakt erstmals ein Gruppenspiel. Es bot Gelegenheit zur Revanche für das verlorene Finale 1976 gegen die Tschechen und die Deutschen nutzten sie. Karl-Heinz Rummenigge entschied ein mäßiges Eröffnungsspiel in Rom vor nur 10.500 Zuschauern per Kopfballtor zum 1:0-Endstand. Das Echo war dennoch fatal. Frankreichs Sportblatt L’Equipe schrieb: "Dieses Eröffnungsspiel war eines der unerträglichsten und zähesten aller Spiele dieser Art, von denen man seit fast 20 Jahren weiß, dass sie todlangweilig sind."

Ab 1984 drei Remis in Serie

1984 war es nicht besser und vom Ergebnis her noch schlimmer. Der Titelverteidiger und Portugal trennten sich in Straßburg 0:0, die Hitze galt als mildernder Umstand. Bundestrainer Jupp Derwall fand weitere Gründe: "Wir haben die Nervosität, Unruhe und Verkrampftheit gezeigt, wie sie im ersten Spiel üblich ist."

Es war das erste von drei Remis in Folge. 1988 in Düsseldorf gegen Italien und 1992 in Norköpping gegen die Russen (damals GUS) verhinderten jeweils Freistoßtore eine Niederlage. Die Weltmeister Andreas Brehme und Thomas Häßler retteten ein 1:1, Häßler erst in letzter Minute. Das Ausland war beeindruckt: "Sie verlieren nie", seufzte etwa Frankreichs L’Equipe.

Ab 1992: Pechsträhne deutscher Kapitäne

1992 begann die ominöse Pechsträhne deutscher Kapitäne: Rudi Völler schied mit gebrochenem Unterarm aus dem Turnier aus, 1996 erwischte es beim 2:0 in Manchester gegen die Tschechen (2:0) Jürgen Kohler am Knie schon nach neun Minuten. Andy Möller und Christian Ziege trafen schon vor der Pause. Im Endspiel (2:1) sahen sie beide Teams übrigens wieder.

Selbst bei der unbestritten schlimmsten EM aus deutscher Sicht wurde eine Niederlage verhindert. Das einzige Endrundentor 2000 in der Niederlande und Belgien rettete nach schwacher Leistung gegen Rumänien (1:1) einen Punkt. Torschütze: Mehmet Scholl. Der forderte: "Über dieses Spiel muss geredet werden. Wenn wir unsere Fehler nicht abstellen, dann sehe ich schwarz gegen England und Portugal." Er sah richtig, es blieb der einzige Punkt des Teams von Erich Ribbeck. Kapitän Oliver Bierhoff verletzte sich zwar nicht in diesem Spiel, aber im Training danach. Auch für ihn blieb es bei einem Einsatz. Dann endete der "Kapitänsfluch".

2004: Frühes Aus nach der Vorrunde

Auch 2004 stand ein 1:1 auf der Anzeigetafel, darüber aber freuten sich alle im deutschen Lager. Nach mühsamer Qualifikation nur in der Außenseiterrolle, holte das Völler-Team in Porto ein 1:1 gegen Mitfavorit Niederlande. Lange führte Deutschland durch einen Freistoßtreffer von Torsten Frings und ZDF-Kommentator Johannes B. Kerner meldete erfreut in die Heimat: "Hallo Deutschland, merkt ihr was? Die Aufstellung stimmt und die Einstellung auch." In der 79. Minute ließ Ruud van Nistelrooy den Traum vom Sieg platzen. Die Euphorie blieb: Die Bild-Zeitung titelte: "Europa, da sind wir wieder!" Dumm nur, dass es danach bergab ging und das zweite Vorrunden-Aus in Folge eintrat.

Ab 2008 fanden deutsche EM-Spiele unter der Ägide von Joachim Löw statt. Die ersten drei Starts wurden ausnahmslos gewonnen. 2008 in Klagenfurt schoss ausgerechnet Lukas Podolski sein Geburtsland Polen mit zwei Toren ab (2:0). 2012 köpfte Mario Gomez in Lwiw unmittelbar vor seiner geplanten Auswechslung das goldene Tor gegen Portugal (1:0). "Ich muss mit dem vierten Mann hart ins Gericht gehen. Ich wollte schon zwei Minuten früher wechseln, doch er hat so lange gebraucht", witzelte Löw nach dem Spiel.

In Erinnerung blieb auch eine absurde Debatte über den Torschützen, dem Mehmet Scholl, nun ARD-Experte, auf seine unverwechselbare Art Lauffaulheit unterstellte: "Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wundliegt und mal gewendet werden muss."

2016: Schweinsteigers traumhafter Sprint

2016 in Lille gab es einen harten Kampf mit der Ukraine (2:0), eine spektakuläre Rettungstat von Jerome Boateng und zwei Kopfballtorschützen, die keiner auf der Rechnung hatte. Hummels-Vertreter Shkodran Mustafi erzielte das erste deutsche Turniertor und sein einziges im DFB-Trikot, Joker Bastian Schweinsteiger nach einem 30-Meter-Sprint in seinem Drei-Minuten-Einsatz das zweite. Hinterher war er "ein bisschen außer Atem".

Auch bei der kontinentalen EM 2020, die wegen der Pandemie ins Jahr 2021 verschoben wurde, traf zum Auftakt ein Weltmeister. Doch leider ins falsche Tor. Abwehrchef Mats Hummels wollte nur retten, was nicht zu verhindern war, und sorgte für Frankreichs 1:0 vor mäßig besetzten Rängen in München. Die Pandemie war noch nicht ganz überstanden, es war eine sehr spezielle EM. In Erinnerung blieb von diesem Spiel noch ein fliegender Flitzer von Greenpeace, der unmittelbar vor dem Anpfiff mit einem Motorgleitschirm auf dem Rasen landete und dabei zwei Zuschauer verletzte.

Das sollte sich am Freitag ebenso wenig wiederholen wie eine Niederlage - damit das 0:1 von 2021 die Ausnahme von der Regel bleibt und Deutschland wieder gut in eine EM startet.

 Turnierbilanz: Makellos gegen Schottland
14.06.2024 07:45 Uhr

Turnierbilanz: Makellos gegen Schottland

Das Torverhältnis aus 17 Länderspielen mit dem Auftaktgegner bei dieser Europameisterschaft beträgt 26:23. Das sagt allerhand über die deutsch-schottische Fußball-Geschichte: Immer war es knapp, die Kontrahenten schenkten sich nichts. Bei Turnieren sahen sie sich nur zweimal - das EM-Eröffnungsspiel heute (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) in München ist erst das dritte Duell. DFB.de blickt zurück auf zwei deutsche Siege, die teuer erkauft waren. Einen bei einer WM, einen bei einer EM. 

Bei der WM 1986 trafen sie sich in Mexiko zum zweiten Vorrundenspiel. "In allen meinen Kalkulationen hatte ich einen Sieg gegen Schottland eingeplant", sagte Teamchef Franz Beckenbauer hinterher – nachdem sein Plan aufgegangen war. Dabei hatte es in neun Duellen erst zwei Siege gegeben, der wichtigste 1969 in Hamburg (3:2) war hart errungen worden und öffnete den Weg zur ersten Mexiko-WM. 1986 waren sie beide in Mexiko. Deutschland war Vize-Weltmeister und Favorit, war gegen Uruguay aber mühsam ins Turnier gestartet (1:1). Die von Alex Ferguson trainierten Schotten standen nach dem 0:1 gegen Dänemark schon mit dem Rücken zur Wand und beklagten Ausfälle. Ferguson: "Schlimmer hätte es nicht kommen können. Ich muss meine gesamte Angriffsstrategie umwerfen. Und dabei müssen wir gegen Deutschland voll auf Sieg spielen und jedes Risiko in Kauf nehmen."

"Das kann nur der Rudi"

So begannen sie auch in Queretaro und gingen durch Gordon Strachan, der Schumacher mit einem noch abgefälschten Schuss ins kurze Eck überraschte, in Führung (18.). Ein früher Rückstand bei 38 Grad im Schatten – das wünscht sich keiner. Doch im Gegensatz zum Uruguay-Spiel fiel der Ausgleich fast im Gegenzug: über Pierre Littbarski und Klaus Allofs kam der Ball von links halbhoch zum sträflich frei stehenden Rudi Völler, der wuchtete ihn aus zwei Metern mit dem Knie ins Tor (23.). "Das kann nur der Rudi", brüllte sein stolzer Bremer Vereinstrainer Otto Rehhagel, in Mexiko Co-Kommentator für das ZDF, in sein Mikrofon.

In der Halbzeit sagte Franz Beckenbauer vor dem Herausgehen tatsächlich mal die oft zitierten Worte: "Geht’s raus und spielt’s Fußball!" Unverändert kamen beide Teams zurück. Aber schon nach fünf Minuten änderte sich jedenfalls der Spielstand. Völler dribbelte sich zunächst fest, kein Wunder bei gleich drei Gegenspielern. Eher zufällig trudelte der Ball zum frei stehenden Allofs und der traf auch in seinem zweiten WM-Spiel. Es war der Siegtreffer, der Schottlands Heimreise fast schon garantierte. Immerhin bekamen die Bravehearts ein Lob vom Kaiser: "Die Schotten waren der erwartet starke Gegner, der uns bis zum Schlusspfiff alles abverlangt hat."

"Wir schicken die Schotten am Montag nach Glasgow zurück"

Wie sechs Jahre später bei der EM in Schweden. In Norrköping traf man sich wieder zum zweiten Gruppenspiel und wieder hatte Deutschland zuvor 1:1 gespielt (gegen GUS) und Schottland 0:1 (gegen die Niederlande). Für Weltmeister Deutschland war ein Sieg Pflicht, zumal im letzten Gruppenspiel Europameister Niederlande wartete. Den Schotten ging es nicht besser, ein Punkt war das Minimalziel. Das Stadion war ausverkauft, aber nur selten hatte die DFB-Elf weniger Zuschauer bei einem Turnier: 17.638 wurden Zeuge eines harten Fights, knapp die Hälfte aus Deutschland.

Bei den seit 1990 von Berti Vogts betreuten Deutschen herrschte nach dem Fehlstart Alarm, erst in letzter Minute hatte ein Häßler-Freistoß eine Niederlage verhindert. Das Spiel war eines Weltmeisters nicht würdig gewesen, zudem hatte sich Kapitän Rudi Völler den Unterarm gebrochen und schon die Heimreise angetreten. "Schon auf der Rückfahrt wussten Rainer Bonhof und ich, wie und mit wem wir spielen werden", beruhigte Vogts die Heimat. An hochrangigen Alternativen mangelte es nicht: Andy Möller, Matthias Sammer und Jürgen Klinsmann kamen in die Elf, aus der Thomas Doll, Stefan Reuter und – notgedrungen – Völler wichen. Acht Weltmeister standen in der Elf, dazu Sammer als einziger Nationalspieler der ehemaligen DDR, Stefan Effenberg als einziger Bayern-Profi und Frankfurts Manfred Binz als Libero.

Vogts schwärmte vom "größeren spielerischen Potenzial" seiner Mannschaft und versprach: "Wir schicken die Schotten am Montag nach Glasgow zurück." Den ersten Nadelstich hatte allerdings Kollege Andy Roxburgh gesetzt: "Wir werden die Deutschen ausknocken."

"Abend der Brummschädel"

Damit sollte er gar nicht mal so falsch liegen. Das EM-Spiel von Norrköping ging als der "Abend der Brummschädel" in die Annalen ein, denn es gab mehr Kopfverletzungen als Tore auf deutscher Seite – und die verbuchte immerhin einen 2:0-Sieg. Der war hochverdient, wenn die Tore auch glücklich zustande kamen. Karl-Heinz Riedle schoss durch die Beine eines Verteidigers (30.) und Stefan Effenbergs abgefälschte Flanke schlug im langen Eck ein (47.).

Dafür landete manch gut gemeinter Schuss am Pfosten, wie der von Möller (59.) und der von Häßler (67.). Auch der Einsatz stimmte, alle eingesetzten Spieler hatten eine positive Zweikampfbilanz – bis auf Stefan Reuter. Der war nur vier Minuten auf dem Feld und wurde eines von drei Opfern schottischer "Treffer". Kaum eingewechselt, musste er mit blutender Platzwunde an der Stirn wieder raus, während der Schotte McCall weiter machen konnte. Reuters Wunde wurde zunächst geklammert, musste später mit fünf Stichen genäht werden. Mit einem Handtuch um den Kopf wurde er abgeführt, es war blutig und ZDF-Reporter Dieter Kürten fühlte sich an das Pokalfinale 1982 erinnert, als Bayerns Dieter Hoeneß mit blutgetränktem Turban weiter spielte. Kürten wusste zu berichten, dass es bei Platzwunden am Kopf "unglaublich viel Blutverlust" gebe.

Reuter war schon das zweite Opfer des Tages. Er war für Riedle gekommen, der im Luftkampf mit Gough einen Schlag auf die Nasenwurzel bekam. Auch der Stürmer war blutend vom Feld gegangen und merkte an: "Schlimmer können Schmerzen bei einem Nasenbeinbruch auch nicht sein." Schließlich wurde Guido Buchwald nach einem Zusammenprall, wieder mit Gough, kurz ohnmächtig und befand sich sogar in akuter Gefahr, weil er seine Zunge zu verschlucken drohte. Das wurde verhindert, und weil auch sein Ohr blutete, bekam er von Teamarzt Dr. Heß einen Turban gewickelt. Auch der war blutbefleckt. Dann trugen sie ihn mit drei Mann runter, Kapitän Andy Brehme packte mit an.

Mit allen Mitteln gegen das Vorrundenaus

Da nicht mehr gewechselt werden konnte, wollte Guido wieder rein, aber das ließen die Betreuer nicht zu. Reichlich benommen wurde auch er abgeführt, und Kürten sagte: "Gut, dass das Spiel bald zu Ende ist, sonst hätten wir hier bald ein richtiges Lazarett." In den letzten sechs Minuten in Unterzahl, rettete der Weltmeister den Vorsprung über die Zeit. Auch dank Torwart Bodo Illgner, der ein starkes Spiel machte. Buchwald hatte übrigens keine Erinnerung mehr an den Zusammenprall und so fragte man ihn besser mal nach seinem Namen. Antwort: "Na klar, ich bin der Jürgen Klinsmann." Ein Scherz im Hochgefühl eines teuer erkauften Sieges gegen eine Mannschaft, die sich mit allen Mitteln gegen das Vorrundenaus wehrte. Ohne Rücksicht auf (deutsche) Verluste. Aber die Zusammenstöße in der Luft waren unglücklicher Natur und taten auch den Schotten weh, sie bekamen nur eine Gelbe Karte für ein zu rabiates Tackling.

Immerhin: Sie zeigten sich als wahre Sportsmänner, indem sie im letzten Gruppenspiel die GUS 3:0 schlugen und damit Deutschland im Turnier hielten. Wo der Weg immerhin bis ins Finale führte - das dann aber Dänemark 2:0 gewann.

Fontäne und Motorradkorso für Ronaldo und Co.
13.06.2024 21:39 Uhr

Fontäne und Motorradkorso für Ronaldo und Co.

Gegen 19:40 Uhr wurde es laut am Flughafen Münster/Osnabrück, nicht zum ersten Mal an diesem Abend. Doch nun bekamen die zahlreichen Fußballfans endlich den Mann zu sehen, auf den sie sehnsüchtig gewartet hatten: Cristiano Ronaldo stieg aus dem Flugzeug, wurde per Handschlag begrüßt - und war bald darauf schon wieder im Mannschaftsbus verschwunden.

In hautnahen Kontakt kamen die Fußballbegeisterten mit der portugiesischen EM-Mannschaft noch nicht, und doch verfolgten sie die Ankunft der Iberer lautstark. 2000 bis 3000 Fans waren am Flugfeld in Greven erwartet worden, zudem ein Korso aus hunderten Motorradfahrern.

Weit über 30 Kameras wurden gezählt, die Besuchertribüne war lange vor der Landung des Flugzeugs überfüllt. Als dieses schließlich mit leichter Verspätung auf deutschem Boden aufsetzte, gab es eine Begrüßungsfontäne von der Feuerwehr.

Der Motorradkorso begleitete den Mannschaftsbus anschließend auf seinem Weg nach Marienfeld. Im Ortsteil Harsewinkel bezieht der Europameister von 2016 sein Quartier.

Ernst wird es für die Portugiesen beim Turnier zum ersten Mal am Dienstag, in Leipzig findet dann das erste Vorrundenspiel gegen Tschechien statt. Weitere Gegner in der Gruppe F sind die Türkei und Georgien.

 Julian Nagelsmann: "Wir sind heiß"
13.06.2024 20:30 Uhr

Julian Nagelsmann: "Wir sind heiß"

Ein Tag ist es noch bis zum Start der EURO 2024 in Deutschland am Freitag (ab 21 Uhr, live bei MagentaTV und im ZDF), wenn die deutsche Nationalmannschaft in München gegen Schottland antritt. In der Abschluss-Pressekonferenz sprechen Kapitän Ilkay Gündogan und Bundestrainer Julian Nagelsmann über den ersten Gegner Schottland, die Erwartungen an das Turnier und das Gefühl in der Mannschaft.

Julian Nagelsmann über ...

... Auftaktgegner Schottland: Das ist eine gute Mannschaft, die vier oder fünf Spieler hat, die sehr wichtig sind für das Gesamtgefüge. Die Schotten haben eine sehr starke Mentalität und kämpfen um jeden Ball, sind aber auch im Ballbesitz stark. Wir müssen fokussiert bleiben, Flanken verhindern und darauf vorbereitet sein, dass die Schotten den Weg nach vorne suchen werden. Es wird entscheidend sein, wie wir ins Spiel kommen. Die Spieler sind bei 100 Prozent, wir haben Hunger und sind heiß.

... die Startelf: Wir haben eine klare Rollenverteilung, bei der jeder Spieler weiß, was auf ihn zukommt. Sollte jemand aus der ersten Elf nicht ganz so gut im Spiel sein, können wir gut darauf reagieren, die Qualität haben wir auf der Bank. Wir wollen den Spielern natürlich Sicherheit geben, aber auch klarmachen, dass starke Leistungen auch belohnt werden. Am Ende hat jeder Spieler eine Rolle, die er aber auch immer wieder untermauern muss.

... die vergangenen Turniere: Die Vergangenheit spielt für mich keine Rolle. Wir schauen nur auf dieses Turnier, wollen hier gut auftreten und unser Bestes geben.

... Druck vor dem Auftaktspiel: Es ist normal, dass man vor so einem großen Turnier etwas Drück verspürt. Am Ende ist es wichtig, mit dem Druck gut umzugehen und den Druck auch positiv zu nutzen. Wir genießen, was wir auf dem Platz machen. Unsere Spieler haben ja mal angefangen, Fußball zu spielen, weil sie das lieben. Und wenn man liebt, was man tut, dann ist das gut

Ilkay Gündogan über ...

... den Gegner Schottland: Ich erwarte ein sehr unangenehmes Spiel, viele Spieler kenne ich aus der Premier League. Ich glaube, sie haben eine sehr erfahrene Achse und werden sehr unangenehm sein, aber spielerisch auch gut mithalten. Wir wissen aber auch, was wir können und dass wir große Qualitäten haben. Ich bin mir sicher, dass wir das Spiel morgen gewinnen werden.

... das Gefühl in der Mannschaft: In der Kürze der Zeit hat es uns eher geholfen, dass der Trainer uns eine klare Marschrichtung gegeben hat und jedem von uns Rollen zugeteilt hat. Jeder ist sich seiner Rolle bewusst, das hilft uns sehr. Unter der Mannschaft herrscht Klarheit, aber auch eine gewisse Lockerheit, die der Trainer auf uns überträgt. Das gibt uns extrem viel Sicherheit. 

... über das Kapitänsamt bei einer Heim-EM: Es bedeutet mir natürlich unfassbar viel, das Team als Kapitän anzuführen. Im eigenen Land so ein Turnier zu spielen, ist eine Möglichkeit, die man nur einmal im Leben bekommt. Ich war 2006 damals selbst auf der Fanmeile und habe gefeiert und jetzt ist es eine unfassbare Ehre Deutschland zu vertreten. 

... über die Fan-Unterstützung: Ich glaube, dass die Grundstimmung erstmal positiv sein wird. Aber dann werden die Leute natürlich auch darauf schauen, wie wir spielen. Dieser Funke wird dann überspringen und dabei kann es uns nur helfen, von Anfang an Druck zu machen. Aber am Ende geht es allen voran darum, dass wir gewinnen. Ich glaube, das gilt für kein Spiel so sehr wie für das Erste.

Mutiger Schotten-Trainer vor Duell mit Deutschland
13.06.2024 18:38 Uhr

Mutiger Schotten-Trainer vor Duell mit Deutschland

Die schottische Fußball-Nationalmannschaft fühlt sich in ihrer Außenseiterrolle vor dem EM-Auftakt gegen Deutschland pudelwohl.

"Es ist ein schweres Spiel. Wir respektieren jeden, haben aber vor niemandem Angst. Deutschland hat eine gute Mannschaft, aber wir auch", sagte Trainer Steve Clarke vor dem Duell mit dem Gastgeber am Freitag (21:00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München: "Wir glauben an uns, warum sollten wir sonst antreten?"

Der entspannt wirkende 60-Jährige eröffnete die Pressekonferenz in der Arena mit einem Scherz: "Viele Leute hier, muss wohl ein großes Spiel sein." Und zwar gegen einen starken Gegner, wie Clarke betonte. Deutschland sei zwar teilweise "runtergeredet" worden, Julian Nagelsmann aber sei es gelungen, "die beste Mannschaft zu finden".

Bei seinen Spielern verspüre er eine gewisse positive Anspannung, er selbst lasse die Größe des Spiels aber nicht an sich heran, betonte Clarke, "so bin ich. Es ist egal, ob es das Eröffnungsspiel ist, wir haben drei Spiele und wollen weiterkommen."

Dabei zählt er auch auf die Unterstützung der berühmten "Tartan Army". Dass so viele schottische Fans seine Auswahl begleiteten sei "toll und sehr wichtig für uns, wir wissen, dass sie bei jedem Spiel hinter uns stehen werden", sagte Clarke und ergänzte: "Wir hoffen, dass sich alle benehmen und Spaß haben werden."

Dembele ruft Franzosen zur Wahl auf
13.06.2024 18:34 Uhr

Dembele ruft Franzosen zur Wahl auf

Offensivspieler Ousmane Dembele hat seine Landsleute aus dem EM-Camp der französischen Fußball-Nationalmannschaft in Paderborn heraus zum Gang an die Wahlurne aufgerufen.

"Wir müssen die Leute dazu bewegen, zur Wahl zu gehen", sagte der frühere Dortmunder am Donnerstag.

Er habe vor kurzem in den 13-Uhr-Nachrichten gesehen, dass einer von zwei Franzosen nicht wähle. "Ich denke, dass in Bezug auf die Situation in Frankreich die Alarmglocken schrillen", sagte Dembele.

Frankreichs Verband FFF will dem Team um Stürmerstar Kylian Mbappe bei der Ausstellung von Wahlvollmachten helfen. "Die FFF wird etwas in die Wege leiten, damit wir per Stellvertreter zur Wahl gehen können", sagte Dembele.

Nach dem klaren Sieg der französischen Rechtspopulisten bei der Europawahl hatte Präsident Emmanuel Macron die Nationalversammlung aufgelöst und vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Die Parlamentswahl soll am 30. Juni und 7. Juli stattfinden.

 Felix Zwayer pfeift Italien gegen Albanien
13.06.2024 12:45 Uhr

Felix Zwayer pfeift Italien gegen Albanien

Der deutsche FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer wird bereits am zweiten Tag der EURO 2024 seine Premiere auf der großen Fußballbühne feiern. Der 43 Jahre alte Berliner kommt am Samstag (ab 21 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV) in der Vorrundenpartie zwischen Titelverteidiger Italien und Albanien in Dortmund zum Einsatz.

Assistiert wird Felix Zwayer von Stefan Lupp und Marco Achmüller an den Seitenlinien. Als Vierter Offizieller kommt Daniel Siebert, der zweite deutsche EM-Unparteiische, zum Einsatz. Als Video-Schiedsrichter sitzen Bastian Dankert und Christian Dingert im Leipziger VAR-Raum. Nur der zweite VAR-Assistent Rob Dieperink kommt aus den Niederlanden.

"Ich möchte meine bestmögliche Leistung bringen", sagte EM-Novize Zwayer, der bei der WM 2018 als Video-Schiedsrichter im Einsatz gewesen war, kurz vor der EM dem SID. "Wenn man im Tunnel steht und zu seinem ersten Spiel aufläuft, wird es sicher ein besonderer Moment sein. Ich hoffe auf eine tolle Atmosphäre."

So erfuhr Maatsen von der EM-Nominierung
13.06.2024 12:43 Uhr

So erfuhr Maatsen von der EM-Nominierung

BVB-Verteidiger Ian Maatsen ist von seiner Nachnominierung für die niederländische Nationalmannschaft vollkommen überrascht worden.

"Ich war vor Mykonos auf einem Boot, als plötzlich das Telefon klingelte. Dann musste ich so schnell wie möglich meine Sachen packen", sagte der 22-Jährige am Donnerstag in EM-Quartier in Wolfsburg. Beim Anruf von Bondscoach Ronald Koeman habe er aber selbstredend keinen Cocktail, sondern "ein Wasser" in der Hand gehalten, fügte er mit einem Grinsen an.

Immerhin: Freundin Emely war nicht böse. "Nein, sie hat sich für mich gefreut. Sie sagte: 'Mach dir keine Sorgen, geh und hab Spaß.' Wir hatten fünf Tage viel Sonne, das war schön. Es war eine gute Zeit, um dem Alltag zu entfliehen", so der Außenverteidiger.

Maatsen, der mit Borussia Dortmund vor zwei Wochen im Finale der Champions League gestanden hatte (0:2 gegen Real Madrid), war erst aufgrund der Verletzungen von Frenkie de Jong (FC Barcelona) und Teun Koopmeiners (Atalanta Bergamo) in das endgültige EM-Aufgebot gerutscht. Seine Eltern brachten ihm die Fußballschuhe vom Wohnort Vlaardingen nach Niedersachsen. "Ich habe Top-Eltern, sie tun alles für mich", sagte er.

Maatsen, der noch auf sein Debüt in der Nationalmannschaft wartet, war zunächst aus dem vorläufigen EM-Kader gestrichen worden. "Es ist verrückt. Zuerst war da die Enttäuschung. Jetzt bin ich sehr stolz und glücklich, dass ich hier stehen darf. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet", sagte er.

Nicht viel besser erging es dem ebenfalls nachnominierten Joshua Zirkzee. Der Ex-Stürmer des deutschen Rekordmeisters Bayern München hatte gerade den Vergnügungspark Disney World in Florida besucht, als Koeman anrief. Auch Zirkzee packte umgehend seine Koffer und flog aus den USA nach Deutschland.

Die Niederlande starten am Sonntag (15:00 Uhr/RTL und MagentaTV) gegen Polen in das Turnier.

 Tickets fürs Ungarn-Spiel in Düsseldorf
13.06.2024 10:00 Uhr

Tickets fürs Ungarn-Spiel in Düsseldorf

Zum Auftakt in die UEFA Nations League 2024/2025 trifft Deutschland am 7. September 2024 (ab 20.45 Uhr) in Düsseldorf auf Ungarn. Wer die DFB-Auswahl live erleben möchte, kann sich ab sofort sein Ticket sichern. Karten können im DFB-Ticketportal oder über die Tickethotline (Telefon: 069 90 28 38 48) erworben werden.

Sitzplatzkarten für die Partie in der MERKUR SPIEL-ARENA sind in verschiedenen Kategorien zwischen 25 und 115 Euro erhältlich (ermäßigt 18 bis 95 Euro). 10 Euro kosten die Tickets für Kinder bis einschließlich 14 Jahren in der günstigsten Kategorie und soweit verfügbar.

Zu den Tickets für Deutschland gegen Ungarn in Düsseldorf

Mitglieder des Fan Club Nationalmannschaft können Tickets über das DFB-Ticketportal oder die kostenlose Fan-Club-Hotline unter 00800 14 90 74 54 kaufen.

Die weiteren Gruppengegner der DFB-Auswahl in der Nations League sind die Niederlande und Bosnien-Herzegowina. Die vier Gruppensieger und Gruppenzweiten spielen vom 20. bis 25. März 2025 die neu eingeführten Viertelfinals. Das Finalturnier mit den vier Siegern dieser Duelle ist für den 4. bis 8. Juni 2025 terminiert.

Weitere Infos zum DFB-Ticketing gibt es im Ticketing-FAQ.

 Gulacsi: "Erwartungen der Fans sind groß"
12.06.2024 18:45 Uhr

Gulacsi: "Erwartungen der Fans sind groß"

Im zweiten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch (ab 18 Uhr, live bei MagentaTV und in der ARD) der Heim-Europameisterschaft trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Ungarn. Für Peter Gulacsi wird es ein besonderes Spiel: Der ungarische Torwart spielt seit neun Jahren für RB Leipzig in Deutschland. Mit DFB.de spricht der 34 Jahre alter Keeper über die EURO 2024, seine Erfahrungen mit Julian Nagelsmann und die ungarische Mannschaft, die seit 14 Spielen ungeschlagen ist.

DFB.de: Herr Gulacsi, Ungarn hat seine Qualifikationsgruppe gewonnen und war bis zum 1:2 gegen Irland kurz vor dem Turnierstart 14 Spielen in Serie ungeschlagen, ein neuer Rekord in der Geschichte Ihres Fußballs und aktuell euch europaweit. Was geht bei der EM?

Peter Gulacsi: Wir wollen realistisch und auf dem Boden bleiben. Dass wir uns direkt qualifiziert haben und nicht über Playoff-Spiele, ist ein schöner Erfolg.

DFB.de: Mehr nicht?

Gulacsi: Die wirklichen Härtetests stehen uns bevor, dann können wir sagen, zu was wir im Stande sind. Aber wir haben ein gutes Team zusammen, junge Talente, ältere, erfahrene Spieler, einen Top Trainer. Die Aussichten sind nicht schlecht, dass wir in der Konstellation zusammenbleiben und die WM-Quali angehen können. Uns dafür zu qualifizieren, das erste Mal seit 1986. Das wäre ein riesiger Erfolg!

DFB.de: Wo ordnen Sie sie ihr Team im europäischen Vergleich ein?

Gulacsi: Die Erwartungen der Fans sind groß, mindestens dass wir die Gruppenphase überstehen. Aber das wird nicht einfach. Die Gruppe mit Deutschland, der Schweiz und Schottland ist richtig stark. Vor allem kompliziert, weil jeder Gegner andere Stärken und Spielansätze hat.

DFB.de: Wie bewerten Sie den Gastgeber, sie haben zwei Jahre unter Bundestrainer Julian Nagelsmann trainiert?

Gulacsi: Man sieht, dass es bergauf geht und er eine sehr gute Mannschaft beisammenhat. Ich sage immer, wenn man die individuelle Qualität der Deutschen anschaut und dann auch noch mit einem Toptrainer an der Spitze, dann sind sie absoluter Titelfavorit.

DFB.de: Wer ist Ihr Geheimfavorit?

Gulacsi: Belgien.

DFB.de: Weil sie ebenfalls in Domenico Tedesco von einem Ihrer ehemaligen Trainer geführt wird?

Gulacsi: (lacht) Da ist was dran, Domenico ist ein Trainer-Ass. Dazu haben sie ein topbesetztes Team. Man muss nur schauen, dass unser Topstürmer bei RB (Lois Openda, Anm. Red.) im Nationalteam nicht gesetzt ist. Die haben auch eine sehr schöne Mischung aus Erfahrung, jung und talentiert.

DFB.de: In Ungarns Team gibt es eine Achse mit Ihnen im Tor, mit Ihrem Kabinenkollegen Willi Orban als Abwehrchef, mit ihrem ehemaligen Leipzig-Kollegen und früheren Red-Bull-Salzburg-Profi Dominik Szoboszlai in der Offensive. Wieviel RB steckt in Ungarns Nationalelf?

Gulacsi: Es hilft natürlich fürs Verständnis, aber auch für unsere Entwicklung. Vor ein paar Jahren standen wir tief, kompakt, haben gelauert. Jetzt wollen moderner sein, höher stehen, flexibler sein. Vor allem mehr Akzente im Spiel mit dem Ball setzen. Dafür ist die Achse nicht schlecht. Aber wir müssen realistisch sein: Wir sind immer noch in der Entwicklung und keine top, top Mannschaft, die andere Gegner dominieren kann. Gerade nicht die Gegner, die wir bei der EM haben.

DFB.de: Wie wollen Sie bestehen?

Gulacsi: Mit den bewährten Mitteln: dicht stehen, solide verteidigen, mit Leidenschaft kämpfen, schnell umschalten.

DFB.de: Das klingt ein bisschen nach Understatement. Sie haben in den vergangenen Jahren England 4:0 und 1:0 geschlagen, den DFB-Bezwinger Türkei jüngst 1:0, Serbien in der EM-Quali zwei Mal jeweils 2:1, Deutschland einmal 2:1.

Gulacsi: Wir glauben an unsere Stärke, das auf jeden Fall. Wir spielen seit sechs Jahren unter unserem Trainer Marco Rossi und haben uns Schritt für Schritt entwickelt. Wie schon gesagt, wir können ganz gut verteidigen, wir haben Teamgeist, sind taktisch sehr diszipliniert und haben jetzt auch individuelle Qualität. Also ja, Underdogs sind wir keine. Favoriten aber auch nicht.

DFB.de: Marco Rossi ist Italiener, aber seit 2011 im ungarischen Fußball tätig. Zwei Mal war er Trainer bei Honved Budapest, seit 2018 betreut er das Nationalteam. Das ist keine geradlinige Trainerkarriere. Was macht ihn besonders?

Gulacsi: Er ist durch und durch Italiener. Heißt, taktische Disziplin und Organisation auf dem Platz, das steht bei ihm über allem. Das hat er uns beigebracht. Zum Beispiel spielen wir seit fast fünf Jahren immer Fünferkette. Er ist vor allem aber ein richtig guter Mensch.

DFB.de: Wie äußert sich das?

Gulacsi: Er ist wie Carlo Ancelotti bei Real: Dass die Chemie im Team stimmt, hat bei ihm einen hohen Stellenwert. Das macht er überragend. Unter diesem Gesichtspunkt hat er uns auch zusammengestellt. Unser Teamgeist ist eine große Stärke von uns. Jeder kommt gern zu den Lehrgängen, den Spielen, und ob er spielt oder nicht ist absolut zweitrangig. Wir sind ein verschworener Haufen, auch auf der Bank.

DFB.de: Hat er Humor?

Gulacsi: (lacht) Den hat er. Aber er ist nicht unser Kumpel oder ein Kabinen-Spaßmacher. Er behandelt uns mit Respekt, aber eher väterlich. Er weiß genau, wann er auch streng oder fordernd sein muss. Gleichzeitig gibt er uns viel Freiheit. Und er sieht in uns nicht nur Fußballer. Als meine Frau schwanger war und wir einen wichtigen Ultraschall-Termin hatten, gleichzeitig aber auch ein Spiel in der Nations League, hat er mich nach Hause geschickt und gesagt: ‚Pete, das ist wichtiger!‘ Er hat nach meinem Kreuzbandriss auch nie gefragt: ‚Wann kannst du wieder spielen?‘, sondern: ‚Wie geht es dir?‘. Da war kein Druck drin. Er hat mich damals auch besucht, wir haben geredet, das war gut für die Seele.

DFB.de: Was kommt zu Marco Rossis Anteil am aktuellen Erfolg dazu?

Gulacsi: Wir haben an die zehn Spieler in den europäischen Topligen. Wenn jetzt noch zehn weitere dazu kommen, sind wir auf einem richtig guten Weg. Bis dahin fehlt uns ein wenig die Tiefe im Kader. Da müssen wir hin, dass wir mit Nationen wie Dänemark oder die Schweiz, die ähnlich groß sind, in puncto Kaderbreite und -tiefe gleichziehen.

DFB.de: Wie nehmen Sie die Stimmung im eigenen Land wahr? Sie sind ja nicht oft da.

Gulacsi: Ich erinnere mich, als unser neues Stadion gebaut wurde, haben die Leute gefragt: ‚Wozu brauchen wir das? Wir reißen im Fußball ja nicht viel.‘ Mittlerweile gehen die 65.000 Karten in zwei Stunden weg. Die Menschen sind unglaublich dankbar für unseren Fußball, unseren Erfolg. Das überträgt sich auf uns und ergibt eine unglaubliche Energie.

DFB.de: Sie sind mit 17 nach Liverpool gegangen, von dort nach Salzburg und später nach Leipzig: Wieviel Ungar steckt noch in Ihnen?

Gulacsi: (lacht) Das ist eine gute Frage. Ungarn ist meine Heimat, ist Familie, bedeutet Freunde, ist für mich zum Beispiel mein Haus am Balaton: Badelatschen, kurze Hose und den ganzen Tag am und im Wasser. Es ist Stolz für mein Land zu spielen, die Menschen, meine Landsleute. Und Langos ist es übrigens nicht (lacht).

DFB.de: Ungarns Nationalteam, die „goldene Elf“, war die bestimmende Mannschaft in Europa in den 40iger und 50iger Jahren. Spieler wie Puskas, Hidegkuti, Lorant, Grosics oder Kocsis sind Legenden des Weltfußballs. Viele ungarische Generationen mussten sich messen lassen – und sind daran gescheitert. Wie geht es Ihrer damit?

Gulacsi: Die neue Generation, auch die Fans, haben dieses Team nicht mehr spielen gesehen. Vor zehn Jahren haben wir viel öfter über die alten Zeiten gesprochen. Jetzt haben wir es geschafft, dass die Vergangenheit nicht mehr so im Vordergrund steht. Die goldene Elf war eine Legende, und wird es immer sein, aber sie ist nicht mehr so präsent.

DFB.de: Dominik Szoboszlai wird öfter mit Ferenc Puskas verglichen.

Gulacsi: Da haben wir’s. (lacht) So ganz verschwinden die Helden von früher nie.

DFB.de: Sein Vater hat einen immensen Anteil an der Entwicklung, die ihn voriges Jahr von RB nach Liverpool gebracht hat. Er hat für die Entwicklung seines Sohnes mit den FC Fönix Gold einen eigenen Verein gegründet, der mittlerweile in Bendguz Bolla einen zweiten Nationalspieler hervorgebracht hat. Wie schmal ist der Grat zwischen Unterstützung und väterlichem Überehrgeiz?

Gulacsi: Das kann ich nicht beurteilen. Aber ich kenne seinen Vater sehr gut. Sagen wir, es hat Szobo nicht geschadet.

 "Wir haben viel trainiert und Lösungen parat"
12.06.2024 15:15 Uhr

"Wir haben viel trainiert und Lösungen parat"

Zwei Tage sind es noch bis zum Start der EURO 2024 in Deutschland am Freitag (ab 21 Uhr, live bei MagentaTV und im ZDF) , wenn die deutsche Nationalmannschaft in München gegen Schottland antritt. Für Jamal Musiala und Florian Wirtz wird es die erste Europameisterschaft sein. Vor ihrem ersten Auftritt sprechen die beiden über ihre Erwartungen und ihre Rollen im Team.

Jamal Musiala über...

... seine Entwicklung: Seit der letzten WM habe ich auch körperlich schon Schritte nach vorne gemacht und mein ganzes Spiel verbessert. Es ist mein Ziel, mich von Jahr zu Jahr weiterzuentwickeln.

...seine Position: Es ist mir am liebsten, wenn ich die Sicherheit habe, dass ich von der Defensive abgesichert werde, dass ich mich frei bewegen kann. Ich habe mich in den vergangenen Länderspielen richtig wohlgefühlt.

... Freiheiten im Spiel: Defensiv erwartet der Trainer von jedem Spieler, dass er ins Gegenpressing geht und die defensiven Wege macht. Man muss immer schauen, was die Mannschaft braucht - einfach zu spielen oder ins Dribbling zu gehen. Dafür bekommt man ein Gefühl.

... Gegner Schottland: Wir sind sehr variabel, können durchwechseln und dem Gegner immer Probleme bereiten. Wichtig ist, dass wir uns darauf fokussieren, selbst gut zu spielen, dann wird Schottland mehr Sorgen wegen uns haben als wir wegen ihnen.

Florian Wirtz über...

... den Vergleich mit Podolski und Schweinsteiger: Die beiden sind Idole von früher, und man freut sich, dass man mit Spielern verglichen wird, die eine solche Karriere für Deutschland hatten. Wir wollen uns aber nicht in ihre Rollen zwängen lassen. Wir sind ein bisschen andere Spielertypen und versuchen, unsere Qualitäten auf den Platz zu bringen.

... die Vorbereitung auf das Eröffnungsspiel: Wir haben viel für das Spiel trainiert und Lösungen parat - egal, wie der Gegner steht. Jamal und ich sind Spieler, die Lösungen suchen und nicht leicht auszurechnen sind.

... sein Spiel: Ich fühle mich wohl, wenn ich um mich herum so gute Spieler habe. Wir können glücklich sein, dass wir immer gute Anspiele bekommen, aber wir wollen auch Drecksarbeit übernehmen.

... die verpasste WM 2022: Natürlich war das ein schwerer Rückschlag, dass ich vor der WM verletzt war. Ich habe mich damals mit dem Trainerteam abgesprochen, dass ich lieber die Reha weitermache, um wieder zu 100 Prozent fit zu werden. Die EM jetzt ist mein erstes Turnier und etwas Besonderes, vor allem im eigenen Land. Ich bin voller Vorfreude auf das erste Spiel gegen Schottland.

 Pavlovic verpasst EM - Can nachnominiert
12.06.2024 13:20 Uhr

Pavlovic verpasst EM - Can nachnominiert

Am Freitag (ab 21 Uhr, live bei MagentaTV und im ZDF) eröffnet die deutsche Nationalmannschaft in München mit dem ersten Gruppenspiel gegen Schottland (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) die Heim-Europameisterschaft. Krankheitsbedingt wird Aleksandar Pavlović dann nicht mehr im Kader stehen können. Für den Spieler vom FC Bayern München hat Bundestrainer Julian Nagelsmann heute Emre Can von Borussia Dortmund nachnominiert. Der 43-malige Nationalspieler und Confederations-Cup-Sieger von 2017 wird im Laufe des Tages im Team Base Camp in Herzogenaurach erwartet.

Bundestrainer Julian Nagelsmann sagt: "Wir wollen noch einen Sechser im Kader und haben uns deshalb dafür entschieden, Emre Can nachzunominieren. Er hat sofort seine Begeisterung und Bereitschaft geäußert, zur Mannschaft zu stoßen. Wir wollten noch einen Spieler im Kader haben, der viele Spiele absolviert hat, der weiß, mit dem Druck umzugehen. Er kann das Profil gut erfüllen, das wir jetzt gebrauchen können."

Pavlović hatte zunächst die Vorbereitung mit der Nationalmannschaft im Trainingslager im Weimarer Land und dann bei DFB-Partner adidas in Herzogenaurach absolviert und war beim 0:0 im Länderspiel gegen die Ukraine in Nürnberg zu seinem Länderspieldebüt gekommen. Nach dem finalen Testspiel vor Beginn der Heim-EM, dem 2:1 über Griechenland in Mönchengladbach, konnte Pavlović dann wegen eines Infekts nicht mehr zur Mannschaft stoßen.